Street Art by 1UP – One United Power in Berlin

Jedem, der sich schon einmal mit Street Art befasst hat oder mit offenen Augen durch Berlin läuft, sollte 1UP ein Begriff sein. In der Hauptstadt finden sich überall die bekannten Graffiti.

Viel ist über die Crew nicht bekannt.  Gegründet wurden sie angeblich 2003 von drei Freunden am Kottbusser Tor.  Die genaue Anzahl von Mitgliedern ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und wird nicht konkret genannt.

Die Gruppe ist für ihre Pollups (große mit Wandfarbe gemalte Bilder) , Bombings (schnell gesprühte Bilder) und Rolltops (Bildern auf Dächern) bekannt.  Die Graffiti tragen immer den Slogan „1UP“ oder „OneUP“. Am meisten findet man die Werke der Crew auf Dächern, die mithilfe von langen Farbrollen von oben nach unten gestrichen werden.  Bekannt sind die Street Artists auch für ihre schnellen Fluchten mit dem Fahrrad oder auch mit der Organisation mit Wachposten, denen sie immer wieder entkommen.

Außerhalb von Berlin wurden die 1UP-Werke auch schon an Autobahnbrücken in ganz Deutschland gesichtet.

Die Crew ist nur nachts unterwegs, tagsüber sind die Mitglieder Bäcker, Studenten und Kameramänner, alle sind zwischen 20 und 30 Jahren alt.

Meistens ist die Crew zwischen drei und sechs Uhr morgens unterwegs, um schneller flüchten zu können sind sie oft mit dem Fahrrad auf Tour und haben immer eine Tasche mit Sprühdosen dabei. Die Farbe Silber wird von der Crew am häufigsten benutzt, denn es deckt gut und funkelt, wenn die Sonne scheint.  Einige Zeit waren sie jede Nacht unterwegs und gehörten zu den aktivsten Sprayern in Berlin. Polizei und Konkurrenten ständig auf den Fersen.

Zwei Minuten benötigen die Mitglieder von 1UP um ein Graffiti an die Wand zu bringen.  Der Name ist ein Konzept, den eigenen Namen zu spühen kommt für niemanden in der Crew in Frage.

Mittlerweile spüht die Crew nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

2011 brachte die Crew einen Film hinaus. Eigentlich wollte 1UP nur einen Graffiti-Film machen, doch über die Jahre hat sich so viel Material angesammelt, dass daraus ein viereinhalb Stunden Film wurde. Der Film zeigt, wie die Graffiti entstanden, wie die Crew durch Flüsse waten muss, Schlösser knackt, und Gitter hebt um an eingeschlossene Züge zu kommen.

Wer denkt, dass nur Männer bei der Crew sind täuscht, auch Frauen sind Mitglied und sind genauso schnell und gut wie ihre männlichen Kollegen. Das Wichtigste war für die Crew während der gesamten Zeit sowieso nur Freundschaft, Reisen und Freude am Malen.

Der Film erschien als Doppel-DVD.  Auf der ersten ist der Film zu finden, auf DVD 2  gibt es Livemomente aus der ganzen Welt. Einmal um den Globus, von Kuba über Istanbul bis Bangkok.

Da es einige rechliche Probleme mit dem Vertrieb der DVD gab, kann man ihn nur in einigen Videotheken ausleihen oder in Graffiti-Shops kaufen.

Die BVG, die oft in dem Film auftauchen, wenn die Crew in einer schnellen Aktion die Züge besprayt, wollen an dem Gewinn beteiligt werden. Deswegen zogen sie vor Gericht. Die Filmemacher stellten den Film daraufhin ins Netz.