Street Art by Mein Lieber Prost in Berlin

Wer in Berlin zu Hause ist, wird die Smilies, die der Künstler Mein Lieber Prost in der ganzen Stadt verteilt hat, auf jeden Fall kennen. Der Street Artist, von dem nur bekannt ist, dass er nicht aus Europa stammt, aber sein Kunststudium in Berlin absolvierte, ist mit diesen Smilies stadtbekannt geworden. Man findet ihn überall, in jeder Ecke und in jeder Form. Als Sticker. Als Graffiti. Oder als Poster. Einen Namen hat das meist lachende Gesicht nicht. Wird Prost aber darauf angesprochen nennt er ihn meistens „Prostie“.

Doch die Smilies (einer lacht und zeigt mit dem Finger auf den anderen, dieser dreht sich beschämt weg), haben meist eine Aussage. An der Jannowitzbrücke findet man einen „Prostie“ der sich über die Touristen lustig macht. Prosts Aussage zu diesem Werk ist einfach: der Tourismus in Berlin nervt ihn, besonders wenn sie betrunken und gröllend durch die Stadt laufen. Auch Yuppies werden ausgelacht. Hier einen grabschenden Herrren. Dort ein geldgeiler Manager.

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Es sind Themen, mit denen sich Berlin auseinander setzt, die alle seit Jahren beschäftigt und die immer wieder diskutiert werden. „Prostie“ soll zum Nachdenken anregen. Aber auch eine Krise lacht „Prostie“ einfach weg. Auf einem Plakat mit der Aufschrift „Merry Crisis“ lacht uns der bekannte Smilie entegegen. Prost will damit zeigen, das Lachen ein Ausdruck von Glück ist. Ansonsten macht Prost eher weniger Street Art.

Eher bekannt ist der Künstler für seine Veränderung von Werbung im öffentlichen Raum. Adbusting wird das in der Szene genannt.  Es richtet sich gegen Werbung, Street Artists versuchen mit ihren Aktionen Werbeplakate, -banner und vieles mehr bis zur unkenntlichkeit zu verändern. Der größte Adbuster in Berlin ist Prost.  Nachts ist er in der Stadt unterwegs um Werbeflächen zu verunstalten. Angst hat er dabei, doch das Adrenalin treibt ihn immer wieder an.

Auch abseits der Straße macht Prost Kunst. Seine Ausstellungen sind in aller Welt bekannt.  2011 hatte er seine erste Soloausstellung „The Street Never Ends, The Art Never Dies“ in Berlin. Dort waren neben seinen berühmten Smilies vor allem One-Line-Werke zu bewundern.

2012 gab es einen Streit zwischen Prost und einem Musikkonzern. Der Konzern Universal ließ Männchen, die dem vom Prost ähnlich waren auf ein Albumcover drucken ohne den Künstler vorher zu fragen. Prost wollte vor Gericht bewirken, dass ein kleiner Aufkleber auf die Cds kommt, der aussagt, dass das Cover von ihm inspiriert ist. Doch die Verhandlungen mit Universal scheiterten. Um vor Gericht zu erscheinen hätte sich Prost zu erkennen geben müssen, doch dann hätte er Probleme wegen Sachbeschädigung bekommen.

Doch das ist Prost egal. Er geht trotzdem weiter auf die Straße und klebt, sprüht und bastelt die kleinen lachenden „Prosties“ überall hin.